Damit grüner Wasserstoff seinen Beitrag zur Dekarbonisierung leisten kann, muss seine Produktion in den nächsten Jahren von ihrem derzeit sehr niedrigen Niveau erheblich gesteigert werden. Für Länder wie Südkorea oder Deutschland, die einen hohen Energiebedarf haben, aber über keine außergewöhnlichen Potenziale für erneuerbare Energien verfügen, erscheint eine Selbstversorgung unwahrscheinlich. Der Import von Wasserstoff in molekularer Form oder als Derivat ist daher unausweichlich. Dies wirft die Frage auf, wer die künftigen Wasserstofflieferanten für diese beiden Länder sein könnten. Dabei spielen sowohl die Kosten für Wasserstoff als auch die politische Eignung der Produktionsländer eine entscheidende Rolle.
Die Kosten für die Bereitstellung von Wasserstoff hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab: von den Potenzialen erneuerbarer Energien an den Produktionsorten über die angenommenen Investitionsbedarfe und Finanzierungskosten der Anlagen bis hin zu Transportentfernungen und -formen. Aufbauend auf dem Vorgängerprojekt, in dem die Importkosten für grünen Wasserstoff und Ammoniak modelliert wurden, wird das Modell hier auf grünes Methanol erweitert. Dieser Ansatz ermöglicht es, von pauschalen Aussagen zu konkreten, auf Korea zugeschnittenen Einsichten zu gelangen. Das Team von adelphi unterstützt mit diesem Forschungsvorhaben das Team des National Institute of Green Technology (NIGT) bei der Ermittlung der zu erwartenden Kostenniveaus für grünen Wasserstoff und seine Derivate sowie bei der Identifizierung von Ländern, die das Potenzial haben, Korea mit diesen Energieträgern zu versorgen. Dies kann einen wichtigen Beitrag zu Koreas Energiepolitik in diesem Bereich leisten.