Vom Anstieg des Meeresspiegels bis hin zum verschärften Wettbewerb um natürliche Ressourcen – der Klimawandel stellt eine ernsthafte Bedrohung für Frieden, Stabilität und Entwicklung in der gesamten asiatisch-pazifischen Region dar. Trotz zunehmender klimabedingter Sicherheitsrisiken wurden die Erfahrungen und das Fachwissen der Region in internationalen Diskussionen häufig übersehen. Der vorliegende Bericht soll diese Lücke schließen.
In der Region Asien-Pazifik, in der etwa 60 Prozent der Weltbevölkerung leben, sind einige der vielfältigsten und komplexesten klimabedingten Sicherheitsrisiken weltweit zu verzeichnen. Regionale Zusammenarbeit wird unerlässlich sein, um die schlimmsten Auswirkungen der Krise auf die Bevölkerung abzuwenden. Darüber hinaus bietet die solidarische Bewältigung gemeinsamer Risiken eine wichtige Gelegenheit, die kollektive Stärke der Region zu fördern.
Mit Unterstützung der Republik Korea analysiert dieser Bericht klimabedingte Risiken für Frieden, Stabilität und Entwicklung in fünf wichtigen Subregionen: Pazifische Inselstaaten, Südasien, Zentralasien und Afghanistan, Südostasien und Ostasien. Er identifiziert sowohl regionsspezifische als auch übergreifende Ansatzpunkte für Maßnahmen und bietet einen praktischen Rahmen, um die Klima-, Friedens- und Umweltresilienz in der gesamten asiatisch-pazifischen Region zu verbessern.
Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehören:
- Pazifische Inselstaaten:
- Die Verfügbarkeit und Nutzbarkeit von Land ist durch den Klimawandel bedroht, insbesondere durch den Anstieg des Meeresspiegels, der die Gefahr einer Überflutung mit sich bringt.
- Katastrophen verursachen wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe, wobei Klima- und Umweltgefahren die Einkommen voraussichtlich erheblich beeinträchtigen werden.
- Klimabedingte Migration und Vertreibung nehmen zu. Für eine beträchtliche Anzahl von Pazifikinsulanern wird eine Umsiedlung wahrscheinlich notwendig sein.
- Südasien
- Der Klimawandel, die Umweltzerstörung und politische Spannungen könnten den Wettbewerb um grenzüberschreitende Ressourcen verschärfen, die ohnehin fragilen zwischenstaatlichen Beziehungen belasten und Konflikte hervorrufen.
- Veränderte Wetterverhältnisse haben erhebliche negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft und gefährden die Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit.
- Die klimabedingte Migration und Vertreibung wird weiter zunehmen, wodurch Migranten und Binnenvertriebene weiteren Risiken ausgesetzt sind.
- Die zunehmende Gewinnung kritischer Mineralien könnte die Wirtschaft ankurbeln, aber auch zu Instabilität und Unsicherheit führen.
- Zentralasien und Afghanistan
- Klimawandel, Umweltzerstörung und der Verfall der Infrastruktur verschärfen den Wettbewerb um grenzüberschreitende Wasserressourcen und führen zu Konflikten.
- Veränderte Flussläufe, Dürren und andere Klima- und Umweltgefahren dürften schwerwiegende Auswirkungen auf die Landwirtschaft haben, die Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit untergraben und die Migration verstärken.
- Die Auswirkungen des Klimawandels und der Umweltzerstörung auf die Lebensgrundlagen könnten dazu führen, dass sich Landwirte illegalen Wirtschaftszweigen zuwenden, was Unsicherheit und Konflikte schürt.
- Kritische Mineralvorkommen bergen sowohl Potenzial für die wirtschaftliche Entwicklung als auch geopolitische, soziale und ökologische Risiken.
- Südostasien
- Extreme Wetterereignisse dürften jährlich Millionen Menschen betreffen und in fragilen und von Konflikten betroffenen Kontexten Auswirkungen auf die Sicherheit haben.
- Steigende Temperaturen, Umweltzerstörung und Ausbeutung könnten Konflikte um Fischbestände verschärfen.
- Die Verringerung der Wasserverfügbarkeit in Flüssen könnte weitreichende Auswirkungen auf die Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit haben.
- Die Förderung kritischer Mineralien birgt die Gefahr negativer sozialer und ökologischer Auswirkungen.
- Ostasien
- Extreme Wetterereignisse und Katastrophen werden in der Region wahrscheinlich zunehmen, wobei die größten Risiken für die am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen bestehen.
- Die Lieferketten für kritische Mineralien, die für die Energiewende notwendig sind, können ebenfalls Herausforderungen mit sich bringen.
Der Bericht skizziert drei vorrangige Handlungsbereiche zur Verbesserung der Klima-, Friedens- und Umweltresilienz in der gesamten Region:
- Sicherstellung, dass Strategien zur Entwicklung der Klima-, Friedens- und Umweltresilienz auf lokale, nationale und subregionale Kontexte zugeschnitten sind.
- Förderung der zwischenstaatlichen Zusammenarbeit zur Bewältigung klimabedingter Risiken und zur Stärkung der regionalen Leistungsfähigkeit.
- Erweiterung des Ansatzes für klimabedingte Risiken und Maßnahmen zu deren Bewältigung in internationalen Institutionen.
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