Dieses Positionspapier untersucht, wie landbasierte Emissionszertifikate lokale Gemeinschaften und indigene Völker verdrängen können – insbesondere in Gebieten mit umstrittenen Landbesitzverhältnissen. Anhand von Fallbeispielen aus Kenia, Indonesien und Peru wird die Notwendigkeit aufgezeigt, Konfliktempfindlichkeit und Gerechtigkeitsaspekte in die Gestaltung von Klimaschutzmaßnahmen einzubeziehen.
Die Dynamik der menschlichen Mobilität im Zusammenhang mit freiwilliger Migration als Form der Klimaanpassung ist vergleichsweise gut erforscht, den Auswirkungen von Mobilität im Zusammenhang mit Klimaschutzstrategien wurde hingegen bisher weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Dabei zeichnen sich bereits jetzt Probleme ab: So ergab eine Überprüfung weltweiter CO₂-Kompensationsprojekte von 2018 bis 2023, dass 70 % der Projekte nachweislich indigene Völker und lokale Gemeinschaften schädigten.
Dieses Positionspapier soll die bestehende Lücke schließen, indem es sich mit landbasierten Emissionszertifikaten befasst, die weltweit zunehmend als Ansatz zur Minderung des Klimawandels an Bedeutung gewinnen. Es plädiert dafür, Konfliktsensibilität in die Gestaltung von Klimaschutzmaßnahmen zu integrieren und legt dar, wie unsachgemäß verwaltete Emissionszertifikate lokale Gemeinschaften und indigene Völker verdrängen können – insbesondere in Gebieten mit umstrittenen Landbesitzverhältnissen.
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